Perfekt unperfekt: Warum wahre Kreativität nicht nach Perfektion strebt

Tami Leysing • 10. März 2025

Perfekt unperfekt: Warum wahre Kreativität nicht nach Perfektion strebt

11/2025

Perfektion. Ein Wort, das in unserer heutigen Welt oft als höchstes Ziel angesehen wird. Ob in der Arbeitswelt, beim Schreiben oder in der persönlichen Entwicklung – überall lauert der Anspruch, alles fehlerfrei und „optimal“ zu machen. 

Ich habe mich diesem Thema gewidment, da ich das Manuskript meines ersten Roman im Jahr 2019 beendet hatte. Inzwischen sitze ich an der Rohfassung meines siebten Romans. Du liest richtig! Und bisher hat es noch keins dieser Bücher zur Veröffentlichung geschafft, weil ich ständig etwas finde, was noch verbessert werden kann. Doch was, wenn genau dieses Streben nach Perfektion uns eigentlich daran hindert, unser volles kreatives Potenzial auszuschöpfen?

Gerade Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen – Autor:innen, Kreative, Denker:innen – kennen den Druck, ein fehlerloses Werk abzuliefern. Doch wahre Schönheit, Tiefe und Ausdruckskraft entstehen oft erst im Unperfekten.

Warum Perfektionismus deine Kreativität blockiert

Die ständige Jagd nach Perfektion kann sich schnell in eine kreative Sackgasse verwandeln. Warum?

1. Angst vor Fehlern bremst den kreativen Flow
Wenn du dich beim Schreiben ständig fragst, ob der Satz „gut genug“ ist, kommst du gar nicht erst ins Fließen. Kreativität braucht Freiheit – zum Ausprobieren, Verwerfen und Neuerschaffen. Doch wenn der innere Kritiker ständig mitredet, fühlt sich jede Idee wie eine Prüfung an. Viele großartige Bücher, Lieder oder Kunstwerke wären nie entstanden, wenn ihre Schöpfer:innen auf Perfektion gewartet hätten.

2. Perfektion ist eine Illusion
Selbst wenn du etwas als „perfekt“ empfindest, wird es immer jemanden geben, der es anders sieht. Perfektion existiert nur in der Vorstellung, nicht in der Realität. Und noch schlimmer: Sie verändert sich ständig. Das, was du heute als „perfekt“ anstrebst, wirst du morgen vielleicht schon wieder überarbeiten wollen. Dieser endlose Zyklus kann dazu führen, dass du nie wirklich fertig wirst – weder mit deinem Werk noch mit dir selbst.

3. Das Unperfekte macht Texte lebendig
Warum berühren uns manche Geschichten tief, während andere uns kalt lassen? Oft sind es nicht die makellosen, durchgestylten Werke, die uns fesseln, sondern die, die Ecken und Kanten haben. Fehler, Unvollkommenheiten und kleine Makel machen Texte authentisch. Ein Roman, in dem die Hauptfigur perfekt ist und keine Herausforderungen hat, wäre langweilig. Dasselbe gilt für unsere eigene kreative Arbeit: Das Unperfekte gibt ihr Charakter.

Was wir von der japanischen Kunst des Kintsugi lernen können
Die traditionelle japanische Technik Kintsugi zeigt uns einen anderen Umgang mit Fehlern: Statt eine zerbrochene Keramik unsichtbar zu reparieren, werden die Bruchstellen mit Gold betont. Das Unperfekte wird nicht versteckt, sondern als wertvoller Teil der Geschichte gefeiert.

Übertragen auf das Schreiben bedeutet das: Deine ersten unsicheren Entwürfe, deine verworfenen Ideen, deine unfertigen Texte – all das ist wertvoll. Sie gehören zu deinem kreativen Prozess. Lass sie zu, betrachte sie nicht als „Fehler“, sondern als Spuren deines Weges.

Ein Beispiel: Viele bekannte Autor:innen schreiben in mehreren Fassungen. Der erste Entwurf ist oft chaotisch, roh, voller Widersprüche. Doch genau das macht ihn so wichtig. Ohne diese Unvollkommenheit gäbe es keinen Fortschritt.

Perfektionismus und der Druck der modernen Welt
In unserer Gesellschaft wird Perfektion oft mit Erfolg gleichgesetzt. Social Media zeigt uns scheinbar perfekte Autor:innen, die mühelos Bestseller schreiben. Werbung suggeriert, dass wir „die beste Version unserer selbst“ sein müssen.

Doch was bedeutet das eigentlich?
Der Drang nach Perfektion ist oft ein wirtschaftliches Konzept. Er hält uns in einem Kreislauf aus Selbstoptimierung und unerreichbaren Idealen gefangen. Aber Kreativität funktioniert anders. Sie braucht Raum, Fehler, Experimente. Sie wächst nicht unter Druck, sondern in Freiheit.

Ein interessanter Gedanke: In den traditionellen yogischen Lehren ging es nie darum, „perfekt“ zu werden. Der spirituelle Weg bestand darin, zu erkennen, wer man bereits ist – und das zu akzeptieren. Vielleicht sollten wir diesen Ansatz auch auf unser kreatives Schaffen übertragen.

4 Strategien, um den Zwang zum Perfektionismus zu lösen

1. Freies Schreiben ohne Selbstkritik – Der „Erste Entwurf ist heilig“-Ansatz

Warum?
Oft blockiert uns der Wunsch nach Perfektion schon bei den ersten Worten. Doch kreative Ideen brauchen Raum, um sich frei zu entfalten. Deshalb ist es wichtig, bewusst eine Phase des unzensierten, spontanen Schreibens zuzulassen.

So funktioniert es:
  • Setze dir einen Timer für 10–15 Minuten.
  • Schreibe ohne Unterbrechung, ohne nachzudenken, ohne zurückzugehen und ohne zu korrigieren.
  • Falls du nicht weißt, was du schreiben sollst, schreibe einfach „Ich weiß nicht, was ich schreiben soll“ – bis irgendwann doch etwas kommt.
  • Falls dein innerer Kritiker auftaucht, erinnere dich daran: Dieser Text muss nicht perfekt sein. Es ist nur der erste Entwurf.

Bonus-Tipp:
Drucke dir ein Schild aus mit dem Satz: „Der erste Entwurf ist heilig“ und klebe es über deinen Schreibtisch. So erinnerst du dich jedes Mal daran, dass Perfektionismus erst in einer späteren Phase erlaubt ist.

2. Den Moment wertschätzen – Achtsamkeit in den kreativen Prozess einbauen


Warum?
Perfektionismus ist oft eine Flucht in die Zukunft – in eine ideale Version dessen, was noch entstehen soll. Doch kreative Magie geschieht nur im Hier und Jetzt. Wenn du dich während des Schreibens auf den Moment konzentrierst, kannst du den Prozess genießen, statt nur auf das perfekte Endprodukt hinzuarbeiten.

So funktioniert es:
  • Beginne deine Schreibsession mit drei tiefen Atemzügen.
  • Spüre bewusst, wie deine Finger die Tastatur oder den Stift berühren.
  • Erlaube dir, das Schreiben als Erlebnis zu genießen – ohne dich um das Endergebnis zu sorgen.
Bonus-Tipp:
Beende jede Schreibsession mit einem kurzen Reflexionsmoment: Was hat dir heute Freude gemacht? Was war überraschend? Notiere eine kleine Erkenntnis, um dich bewusst auf das Positive zu fokussieren.

3. „Gut genug“ ist oft besser als perfekt – Die 80/20-Regel anwenden


Warum?
Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Aufwands erreicht werden. Die restlichen 20 %, die für „Perfektion“ nötig wären, kosten dich oft unverhältnismäßig viel Zeit und Energie – und bringen nur minimalen Mehrwert.

So funktioniert es:
  • Stelle dir nach jeder Schreibsession die Frage: Ist dieser Text bereits verständlich und wirkungsvoll? Falls ja, könnte er schon „gut genug“ sein.
  • Setze eine Deadline für deine Projekte. Nimm dir nicht endlos Zeit für Überarbeitungen.
  • Wenn du merkst, dass du dich in Details verlierst, erinnere dich: Ein veröffentlichter unperfekter Text ist wertvoller als ein perfekter Text, der nie das Licht der Welt erblickt.
Bonus-Tipp:
Lass einen Text einen Tag lang ruhen, bevor du ihn überarbeitest. Oft erkennt man dann, dass er bereits viel besser ist, als man im ersten Moment dachte.

4. Fehler feiern – Die Kintsugi-Methode für Kreative

Warum?
Statt Fehler zu verstecken oder als Rückschlag zu sehen, können wir lernen, sie zu würdigen – so wie in der japanischen Kunst des Kintsugi, bei der zerbrochene Keramik mit Gold repariert wird.

So funktioniert es:
  • Erstelle eine „Fehler-Liste“ und notiere dir Momente, in denen etwas nicht wie geplant lief – aber dich weitergebracht hat.
  • Lies Biografien großer Autor:innen oder Künstler:innen – du wirst feststellen, dass alle irgendwann gescheitert sind.
  • Überarbeite bewusst einen Text, indem du nicht alle „Fehler“ glättest, sondern interessante, unperfekte Formulierungen beibehältst.
Bonus-Tipp:
Drucke dir ein inspirierendes Zitat aus, z. B.: „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“ – Antoine de Saint-Exupéry

Meine ganz persönliche Lehre aus diesem Artikel: Erlaube dir, unperfekt zu sein
Egal, ob du ein Buch schreibst, einen Artikel verfasst oder an einer kreativen Idee arbeitest: Perfektion ist nicht das Ziel. Viel wichtiger ist es, deine Stimme zu finden, authentisch zu bleiben und den Mut zu haben, dein Werk in die Welt zu bringen – auch wenn es nicht makellos ist.

Denn wahre Perfektion liegt nicht darin, alles richtig zu machen, sondern darin, ganz du selbst zu sein.
Also: Lass den Perfektionismus los und beginne einfach. Dein Werk – und deine Kreativität – werden es dir danken.

Wie gehst du mit deinem eigenen Perfektionismus um? Oder hast du es bereits geschafft und stehst dir nicht mehr selbst im Weg? Ich nehme mir vor, diese Tipps zu verinnerlichen, um dann endlich den nächsten Schritt zu gehen und ich verspreche dir, wenn es soweit ist, wirst du es zuerst erfahren!

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Was dich erwartet: Verständliche, emotionale Sprache Starke, aber nahbare Heldinnen Themen wie Selbstzweifel, Zukunftsentscheidungen und erste große Gefühle Keine überfordernden expliziten Inhalte Emotionale Tiefe ohne Überdramatisierung Perfekt für junge Leser:innen – und für alle, die Pferdegeschichten mit Herz lieben. Muss ich die ISILOVE-Reihe in der richtigen Reihenfolge lesen? Kurzantwort Nein. Jeder Band ist eigenständig lesbar. Wichtig zu wissen: Jede Geschichte hat eine eigene Protagonistin Jede Story hat einen abgeschlossenen Konflikt Das verbindende Element ist der Islandpferdehof Litliheimar Manchmal tauchen bekannte Figuren wieder auf Kein Vorwissen nötig Du kannst mit dem Band starten, dessen Klappentext dich am meisten anspricht. Was macht einen guten Coming-of-Age-Roman aus? Eine Figur wächst über sich hinaus, durch Entscheidungen, Fehler und Mut. Typische Merkmale: Innere Konflikte Identitätsfindung Erste Liebe Konflikte mit Eltern oder Umfeld Ein Wendepunkt, der alles verändert In ISILOVE bedeutet das: In „Geh deinen Weg“ kämpft Hanna gegen Erwartungsdruck. In „Nah am Abgrund“ muss Kathi Verantwortung übernehmen. Coming-of-Age bedeutet nicht Perfektion, sondern Entwicklung. Was unterscheidet Jugendbuch von Young Adult? Jugendbuch ist oft zugänglicher, Young Adult emotional intensiver: ISILOVE verbindet beides. Jugendbuch: Frühe Teenjahre Leicht zugängliche Sprache Erste große Konflikte Young Adult: Intensivere Gefühlswelten Identitäts- und Zukunftsfragen Beziehungsdynamiken ISILOVE: Jugendbuch mit YA-Tiefe. Ideal für Leser:innen zwischen 10 und 18 und darüber hinaus. Welche Themen behandelt „Isilove – Geh deinen Weg“? Kurzantwort Träume vs. Erwartungen und der Mut, sich selbst treu zu bleiben. Zentrale Themen: Druck der Eltern Erste große Liebe Berufswunsch Pferdewirtin Finanzielle Eigenständigkeit Selbstbestimmung Für alle, die schon einmal gehört haben: „Das schaffst du nicht.“ Welche Themen behandelt „Isilove – Nah am Abgrund“? Kurzantwort Fehler, Konsequenzen und die Frage: Wer will ich wirklich sein? Zentrale Themen: Außenseiterin sein Drogenfund und Sozialstunden Neuanfang auf einem Pferdehof Rivalität und Eifersucht Vertrauen lernen Ein intensiver Band für alle, die Geschichten mit Kante lieben. Muss ich Pferdewissen haben, um ISILOVE zu lesen? Kurzantwort Nein, aber Pferdeliebhaber:innen werden viele Details wiedererkennen. Für Pferdefans: Stallalltag Verantwortung für ein eigenes Pferd Emotionale Bindung Islandpferde-Atmosphäre Für Nicht-Pferdefans: Fokus liegt auf den Figuren Konflikte sind universell Pferde sind Spiegel der Gefühle Pferde sind das Herz, aber lange nicht der Kern der Geschichten. Warum sind Pferdehof-Romane so beliebt? 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Daher sind meine Geschichten immer emotional, aber auch hoffnungsvoll. Für wen ist die ISILOVE-Reihe besonders geeignet? Ideal für: Pferdemädchen ab 10 Teenager in Umbruchphasen Leser:innen, die starke Heldinnen mögen Fans von Coming-of-Age & Romance Pferdefrauen, die emotionale Geschichten lieben Wenn du Pferde + Gefühl + Selbstfindung magst, bist du hier richtig. Wie finde ich heraus, ob ISILOVE mein Buch ist? Der Mini-Selbsttest: Wenn du mindestens zwei Aussagen fühlst, passt die Reihe zu dir: Ich liebe Pferdegeschichten. Ich mag starke Mädchenfiguren. Ich lese gern über erste große Liebe. Ich suche Geschichten über Mut und Selbstbestimmung. Ich will Bücher, die Hoffnung machen. ISILOVE ist für alle, die ihren eigenen Weg suchen oder gerade dabei sind, ihn zu finden. Die ISILOVE-Reihe erzählt eigenständige Geschichten starker junger Frauen, verbunden durch den Islandpferdehof Litliheimar. Du kannst mit jedem Band starten. Vielleicht erkennst du dich in Hanna wieder. Vielleicht mehr in Kathi. Vielleicht wartet deine Lieblingsfigur erst im nächsten Band. Welcher Band spricht dich gerade am meisten an? Entdecke die Reihe hier: Isilove-Reihe
von Tami Leysing 17. Februar 2026
08/26 Isilove – Geh deinen Weg: Ein Islandpferde Jugendroman über Selbstfindung, erste Liebe und den Mut, den eigenen Weg zu gehen Mit Isilove – Geh deinen Weg ist ein Islandpferd Jugendroman entstanden, der weit mehr erzählt als eine Geschichte über Pferde. Es ist ein Coming-of-Age Roman über Selbstfindung, Freundschaft, Leistungsdruck, erste Liebe – und über die leise, aber kraftvolle Entscheidung, auf das eigene Herz zu hören. Als ich dieses Pferdebuch für Mädchen ab 12 geschrieben habe, war mir eines besonders wichtig: Ich wollte keine perfekte Heldin erschaffen. Ich wollte eine Figur, die zweifelt. Die Fehler macht. Die sich täuscht. Und die trotzdem den Mut findet, aufzustehen und weiterzugehen. Hanna ist sechzehn Jahre alt und steht an einem Wendepunkt ihres Lebens.