Zwischen Schreibfluss und Tölt-Takt – Das Experiment Islandpferde-Hofturnier
Zwischen Schreibfluss und Tölt-Takt – Das Experiment Islandpferde-Hofturnier
Tölt in Harmony – Die Harmonie zählt
Tölt in Harmony ist ein noch recht junges Prüfungsformat im Islandpferdesport. Entwickelt wurde es mit dem Ziel, die Ausbildung nach klassischen Prinzipien (Anlehnung an die Skala der Ausbildung) auch im Islandpferdesport zu etablieren – und so der Reitweise mehr Tiefe und Fairness gegenüber dem Pferd zu verleihen.
- Losgelassenheit und Leichtigkeit des Pferdes
- feine Hilfengebung durch den Reiter
- harmonisches Miteinander – keine Show, keine Spannung, kein Druck
- natürliche Töltmechanik, kein erzwungener Takt oder spektakuläre Bewegungen
Die Bewertung erfolgt in drei Klassen (Level 1–3), angepasst an Ausbildungsstand und Können:
- Level 3 (Einsteiger): u.a. Tölt auf gerader Linie, einfache Übergänge
- Level 2 (Fortgeschrittene): bereits mehr Lektionen, Übergänge, Handwechsel
- Level 1 (Ambitionierte Reiter): anspruchsvolle Linienführung, viele Übergänge

Die klassische Töltprüfung – Tempo, Takt, Ausdruck
Ganz anders ist die klassische Töltprüfung nach IPZV, meist in der Form der T7 oder T3 geritten:
- Tölt auf beiden Händen im langsamen Tempo
- bei höheren Klassen auch Tempounterschiede, z. B. mittleres Tempo Tölt
- Übergänge und Vollkreis, je nach Prüfungsart
Der Fokus liegt hier auf:
- Taktklarheit: Ist der Tölt wirklich ein reiner Viertakt?
- Losgelassenheit: Bleibt das Pferd entspannt und leicht zu reiten?
- Form unter dem Reiter: Trägt sich das Pferd korrekt?
- Ausdruck: Wirkt die Vorstellung flüssig, harmonisch und ansprechend?
Die Richter vergeben Einzelnoten von 0 bis 10 in mehreren Kriterien (Takt, Tempo, Form, Gehorsam usw.), und eine Gesamtnote am Ende entscheidet über die Platzierung.
Tölt in Harmony wird im Dressurviereck abgenommen. Das traue ich mir zu, da ist mein Islandpferd super zu handeln. Die Töltprüfung allerdings wird auf der Ovalbahn geritten und das mit mehreren Reiter:innen. Für mein Pony geradezu die Einladung für ein Wettrennen. Das traue ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu, sondern nutze das kommende Jahr, um vielleicht beim nächsten Turnier mit dieser Disziplin an den Start zu gehen.
Mein Weg – zwischen Laptop und Sattel
Die Vorbereitung sieht bei mir aktuell so aus:
- Lesen statt Schreiben: Ich verschlinge die IPZV-Prüfungsanforderungen abends im Bett.
- Visualisierung: Ich stelle mir die Prüfung im Kopf vor – eine Technik, die auch im Sport genutzt wird. Fast wie beim Schreiben, da entstehen die Szenen, die ich schreibe auch oft vorab in meinem Kopf.
- Mini-Trainings: Kurze, gezielte Einheiten, in denen ich vor allem auf Losgelassenheit achte. Das hat am Wochenende zum Teil schon gut funktioniert.
- Vertrauen: Mein Pferd kennt mich. Und wenn ich ruhig bleibe, ist die Synergie zwischen meinem Pferd und mir am besten. Ich arbeite daher viel an meinem eigenen mentalen Zustand, um ihr so viel Sicherheit wie nur möglich zu geben.
Und wenn wir am Turniertag ein paar saubere, taktklare und harmonische Runden auf dem Reitplatz hinbekommen, bin ich mehr als zufrieden.
Reiten mit Gefühl – Schreiben mit Tiefe
Ob auf dem Pferd oder am Schreibtisch – es geht mir um dasselbe: Verbindung, Harmonie, Ausdruck. Die Worte in meinen Texten sollen genauso fließen wie der Tölt unter mir. Beides verlangt Präsenz, Achtsamkeit und den Mut, loszulassen. Und wenn ich durch den Wald reite, eine Reitstunde absolviere oder an einem Turnier teilnehme ist das nicht nur Training für die Prüfung, sondern auch Nahrung für meine Geschichten.
Ich freue mich, wenn ihr mich – als Schreibende Islandpferdereiterin – weiter auf dieser Reise begleitet – beim Reiten durch den Wald, auf dem Turnierplatz oder beim Schreiben an meinem Schreibtisch.









