Verfolge attraktive Ziele
Tami Leysing • 5. Januar 2021
Verfolge attraktive Ziele
01/2021
Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg
- Laotse -
- Laotse -
Der Jahresanfang lädt dazu ein, sich mit Träumen zu beschäftigten und sich Ziele zu setzten. Damit es nicht allein beim Wünschen bleibt und sich Träume in Ziele verwandeln, setze ich mich mit dem Weg dorthin auseinander.
Lege Meilensteine fest
Mancher einer nennt es Meilensteine zu definieren oder sich Teilziele zu überlegen. Mir aber meiner aktuellen Situation bewusst zu werden. Denn passen meine Ziele nicht zu meiner Gesamtsituation wird es nichts. So sehr ich mich auch bemühe, kämpfe ich gegen Windmühlen. Dabei hilft es mir, mich Schritt für Schritt auf etwas vorzubereiten. Ich befasse mich mit neuen Herausforderungen, denen ich bisher so nicht begegnet bin, und die ich vorher nicht geschafft habe. Das Schreiben und Ziele setzen sind für mich eng verbunden, denn ich bin davon überzeugt, dass das schriftliche Formulieren meiner Ziele, mir erst hilft, sie zu verinnerlichen. Das Aufschreiben macht mir bewusst, welche Bemühungen notwendig werden, sie zeigen mir auf wie viel Zeit ich investieren muss und welche Hilfe ich von außen benötige, um diese Ziele zu erreichen. Denn auch wenn wir auf eine Unmenge an Ressourcen zurückgreifen können, ist es doch an der einen oder anderen Stelle sinnvoll, Unterstützung einfordern.
Prüfe deine Ziele
Im Laufe der Zeit lernte ich sogar meine Ziele zu prüfen. Es gab Lebensphasen in denen ich hochgesteckten Zielen hinterher jagte, sie sogar erreichte, aber danach völlig ausgebrannt war. Ich konnte das Glück nicht genießen, weil ich so erschöpft war. Mein Ziel passte in dieser Zeit nicht zu meinen Lebensumständen. Trotz Vollzeitjob, Patchworkfamilie, zwei kleinen Kindern absolvierte ich eine Coaching Ausbildung nach der anderen, baute mir ein Unternehmen mit dreißig Mitarbeitern auf und sorgte zusätzlich für Freizeitstress, indem ich mir die Verantwortung für ein Pferd und zwei Hunde auflud. All dem gerecht zu werden, konnte auf Dauer nicht funktionieren. Das Ganze war zum Scheitern verurteilt. Meine Eltern und Freunde sahen das von Weitem, doch ich steckte mittendrin und ruderte, bis mir die Luft zum Atmen wegblieb. Im Grunde verfolgte ich meine Ziele so verbissen, setzte mich einem immensen Leistungsdruck aus und wollte es allen und in erster Linie mir selbst beweisen. Von Selbstfürsorge keine Spur. Davon konnte ich nur krank werden. Trotzdem bin stolz darauf, was ich damals erreicht habe, weil mir diese Erfahrungen etwas beigebracht haben, auf mich zu achten! Heute fühle ich wesentlich mehr Verantwortung für mich und meine Gesundheit, um zu wissen, dass mir Ziele wichtig sind, aber nicht um jeden Preis. Eine Entwicklung, wie ich sie auch bei vielen anderen Menschen beobachtete und der Austausch half, gestärkt und demütig eine neue Zukunft vor Augen zu haben.
Lass Entwicklung zu
Eine neue Zukunft, mit Zielen, die nach wie vor spezifisch, messbar, attraktiv und terminiert sind. Doch vor allem realistisch. Ziele geben mir die Möglichkeit aktiv zu handeln. Durch sie führe ich heute ein selbstbestimmtes Leben und behalte meine Lebensqualität im Fokus. Nicht jeden Tag gleich gut, doch immer besser. Mittlerweile sind meine beiden Kinder erwachsen und selbständig. Sie sind besser gelungen, als ich mir zugetraut hätte und mein ganzer Stolz. Mit diesem neuen Lebensabschnitt ergab sich für mich die Situation mich einem Hobby zu widmen, dass mich zwar dauerhaft begleitete, doch niemals so sehr im Lebensmittelpunkt stand wie heute: das Schreiben. Kommunikation und Text begleitet mich zwar seit vielen Jahren beruflich, doch produkt- und vertriebsorientiert. Das regelmäßige Tagebuch schreiben, mal beiseitegelassen. Seit etwa einem Jahr aber befinde ich mich auf der Mission zum Autor. Bücher schreiben ein völlig absurder Traum, der Realität werden soll. Ich kann nicht einmal sagen, ob ich diesem Ziel gewachsen bin, doch allein das Lernen des Handwerks erfüllt und fordert mich in einer Art und Weise, die ich nicht für möglich gehalten habe. Ein langfristiges Ziel, wobei das Lernen und meine persönliche Entwicklung nie vorbei sein wird. Und das ist das Schöne daran. Zu wissen, dass nicht das Ziel, sondern der Weg Erfüllung und Verwirklichung sein kann. Ziele sind für dieses Vorhaben unumgänglich. Das Dahinschreiben in den Tag hinein würde mich nicht erfüllen, da ich den Anspruch habe, etwas zu erschaffen, dass ich auch einmal aus der Hand geben kann. Es hängt so viel dran, planen, recherchieren, plotten, schreiben, überarbeiten, lektorieren, entwickeln, von vermarkten und veröffentlichen ganz abgesehen. Allein zu begreifen, wie viel Zeit und Energie in so einem Buch steckt, erweckt Demut und noch mehr Ehrfurcht vor Schriftstellern, die den Weg gehen und ihn bereits geschafft haben. Mir hilft es ungemein, über den Tellerrand hinaus zu blicken, mich mit anderen zu vernetzen und alles über den eigenen Entwicklungsprozess und den eines Romans zu erfahren.
Fokussiere laufende Projekte
Zurzeit arbeite ich an meinem dritten Projekt. Im Grunde liegen zwei Rohfassungen in meiner Schublade, doch genau da gehören sie hin. Denn sie sind lange nicht so weit, um für mir oder anderen ein Lesevergnügen zu bereiten. Nein, da fehlt einiges an Überarbeitung, um dorthin zu gelangen. Doch allein das Gefühl, das geschafft zu haben, sind erste Schritte, die meinem fünf Jahres Plan folgen. Es geht mir also nicht um eine kurzfristige Sache, sondern darum, das Schreiben so in mein Leben zu integrieren, dass es dazugehört. Das aber auch alles andere nicht zu kurz kommt. Denn mittlerweile bin ich wieder stolze Besitzerin eines Islandpferdes und auch hier verfolge ich Ziele, um mit meiner Stute gerecht zu werden. Wer sich ein anspruchsvolles Pferd kauft, muss sich anspruchsvollen Herausforderungen stellen. Ihr seht, es gehört schon zu mir, mich in allen Lebensbereichen zu fordern, aber eben die Balance macht es aus. Mein Leben besteht daher unabhängig von meiner Familie und meinen Freunden aus Schreiben, Lesen und Reiten. Auch wenn hin und wieder mal ein gestrickter Socken dazwischen rutscht oder eine Jogging-Runde, doch diese zwei Hobbys nehmen mein Leben ein. Was natürlich dazu führt, dass man sein Umfeld in diese Ziele einweiht. Denn wenn mein Partner, meine Familie nicht hinter meinen Zielen stehen, wird es schwierig. Um diese Ziele zu leben, muss ich andere dafür aufgeben. Mit einem Pferd ist ein großes finanzielle Budget gebunden, d. h. ich fliege nicht zweimal pro Jahr in den Urlaub. Damit ich zwei Stunden Schreibzeit pro Tag einplanen kann, muss ich bereits vor der Arbeit an den Schreibtisch. Meine Schreibziele kann ich am ehesten in den Morgenstunden bewältigen, das bedeutet, dass ich spätestens um 22 Uhr im Bett liege. Doch diese Art von Lebensrhythmus gibt mir Sicherheit. Ich folge diesem Muster, da ich gelernt habe, dass ich eine gewisse Routine brauche. Nichts desto trotz bin ich flexibel genug, Ziele auch anzupassen. Es ist unvermeidlich. Werde ich als Mutter gebraucht oder stehen berufliche Termine an, müssen meine Pläne und Ziel eben angepasst werden. Vergiss nie, die richtigen Prioritäten zu setzten! Wie sehen also meine Ziele aus, die ich mir für dieses Jahr gesetzt habe. Nun mal Butter bei den Fischen:
1. Plane und entwickle drei Ideen weiter, die dir vorliegen.
2. Verfasse drei Rohfassungen in einem neuen Genre
3. Absolviere im Sommer einen Reitkurs
Dahinter verstecken sich konkrete Teilziele, die in einem Excel-Projektplan terminiert sind. In einer Monatsübersicht 2021 sind meine Planungs-, Schreib- und Überarbeitungsphasen ersichtlich. Das Planen zieht sich bei mir über etwa vier Wochen hin. Hier nähere ich mich den Charakteren an, recherchiere zum Thema, erstelle eine Outline in Word und lege später das Projekt mit allen Szenen und Ereignissen in Papyrus Autor an. Beim Schreiben verfolge ich konkrete Wortziele, die ich in meinem Zeitmanagement System tracke. Ich kenne den Gesamtumfang bei dem ich landen möchte und weiß, wieviel Wörter pro Kapitel dafür notwendig wären. Alles aber eine Orientierung als in Zement gemeißelte Vorgaben, von denen ich nicht abweichen darf. Für die Überarbeitung benötige ich mehr Zeit. In der ersten Überarbeitungsphase schaffe ich zwei Szenen pro Tag.
Passe Prozesse an
Vermutlich wird sich in meiner Arbeitsweise noch etliches ändern, ich passe die Prozesse an, wenn alternative Wege für mich besser funktionieren. Derzeit überlege ich, einmal pro Woche eine Schreibübung einzubauen, die ich dann in einer separaten Datei als »Futter« anreichern möchte. Diese Idee ist vor kurzem gereift und es wird sich zeigen, ob es in dieser Form realisierbar ist. Wobei der Redaktionsplan 2021 für die Webseite Mission Autor mit 52 Themen - ein Blog pro Kalenderwoche - steht. Hier geht es mir in erster Linie darum, mich Woche für Woche mit meiner Mission zum Autor auseinander zu setzen. Darüber hinaus ist der Termin für den Reitkurs im Sommer geblockt. Damit das klappt, nehme ich Urlaub und freue ich mich darauf, mit gleichgesinnten, pferdeverrückten Menschen, wie ich es einer bin, Zeit zu verbringen. Ich freue mich auf ein spannendes Jahr, mit anspruchsvollen Zielen. Mit dem Wissen, dass Scheitern niemals Misserfolg sein kann, sondern ein kleiner Umweg auf meinem Weg zum Ziel.

KW37/2026 Was braucht es, um gut schreiben zu können? Talent? Eine besondere Begabung für Sprache? Die berühmte Inspiration, die hoffentlich genau dann auftaucht, wenn wir uns an den Schreibtisch setzen? Je länger ich selbst schreibe und je mehr Manuskripte ich als Lektorin begleite, desto weniger glaube ich daran, dass gutes Schreiben vor allem eine Frage des Talents ist. Für mich sind es drei Dinge, die viel entscheidender sind: Lesen. Schreiben. Überarbeiten. Sie gehören zusammen. Und wahrscheinlich hört keines davon jemals auf, wenn wir uns als Autor:innen weiterentwickeln wollen. Lesen verändert sich, sobald wir selbst schreiben Ich lese heute anders als früher. Natürlich kann ich mich noch immer in einer Geschichte verlieren. Aber irgendwo läuft inzwischen eine zweite Ebene mit. Warum funktioniert diese Szene so gut? Weshalb bin ich dieser Figur nach wenigen Seiten so nah? Warum möchte ich unbedingt wissen, was als Nächstes passiert? Und genauso: Warum verliere ich gerade das Interesse? Weshalb berührt mich dieser eigentlich dramatische Moment nicht? Warum fühlt sich ein Dialog künstlich an? Dieses Warum finde ich für das eigene Schreiben unglaublich wertvoll. Denn sobald wir beginnen, Geschichten nicht nur zu lesen, sondern ihre Wirkung zu hinterfragen, lernen wir etwas über unser Handwerk. Dabei können uns ausgerechnet Bücher besonders viel beibringen, die uns nicht gefallen. Statt einen Roman mit einem schnellen "Boah" einfach nicht meins zur Seite zu legen, können wir genauer hinschauen. Vielleicht fehlt der Hauptfigur ein Ziel, das wir wirklich verstehen. Vielleicht werden ihre Gefühle ausführlich erklärt, ohne dass wir sie erleben können. Vielleicht passiert auf zwanzig Seiten eine ganze Menge und trotzdem verändert sich nichts. Oder wir wissen längst, welche Wendung kommen wird, obwohl sie uns eigentlich überraschen sollte. Und irgendwann passiert etwas Spannendes: Wir erkennen dieselben Muster im eigenen Manuskript.

14/2026 Viele Autor:innen glauben, Spannung entstehe nur durch Verfolgungsjagden, Explosionen oder dramatische Wendungen. Doch die Wahrheit ist: Die stärkste Spannung entsteht oft dort, wo scheinbar „nichts“ passiert. In Blicken. In unausgesprochenen Gedanken. In Entscheidungen, die noch nicht getroffen wurden. Wenn du lernst, Spannung ohne Action zu erzeugen, schaffst du Geschichten, die Leser:innen wirklich fesseln – weil sie emotional involviert sind.

12/2026 Obsessive Liebe ist ein faszinierendes, aber auch gefährliches psychologisches Phänomen. Wenn der Wunsch entsteht, einen Menschen ganz für sich allein zu besitzen, können toxische Dynamiken entstehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie sich obsessive Anziehung entwickelt und warum dieses Thema eine zentrale Rolle in meinem Psychothriller Harsardspiel – Im Netz der Begierde spielt.






