Überwinde deine Selbstzweifel

Tami Leysing • 15. Januar 2021

Überwinde deine Selbstzweifel

02/2021
Die einzigen wirklichen Feinde eines Menschen sind seine eigenen, negativen Gedanken
- Albert Einstein -

Woher kommen Selbstzweifel? Sollten Autoren nicht lernen, diesen Gedanken auszuhalten? Vielleicht können wir Selbstzweifel aber auch dankbar annehmen, weil sie die Triebfeder sind, um uns stets weiter zu entwickeln.

Bleib dabei, du schaffst es
Schwierig wird es dann, wenn sie uns lähmen und sie uns unterbewusst vom Schaffen abhalten. Ich würde fast behaupten, ich bin ein Spezialist darin, an mir selbst zu zweifeln. Von allen Eigenschaften ist mir diese am ehesten bekannt und trotz des einen oder anderen Erfolges im Leben, noch nicht im Schreiben, aber in anderen Bereichen, fällt es mir verdammt schwer, diese Erfolgserlebnisse auf das Schreiben zu übertragen. Gerade als Neuling können wir nicht auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen, sondern sind nun mal den Gedanken ausgeliefert, wie es sein könnte. Wir wissen noch nicht, ob sich unser Engagement auszahlt, wir können nicht voraussehen, ob unser Talent ausreicht, um andere Menschen zu begeistern. Denn letztlich ist es doch das was wir uns als kreativer Mensch wünschen, mit dem was wir erschaffen, auch andere Menschen begeistern zu können. Ohne diesen Wunsch gäbe es keine Selbstzweifel, denn wir brauchen letztlich alle ein klein wenig Anerkennung von außen, um zu würdigen, was wir geleistet haben.

Nutze deine Kräfte
Im Selbstzweifel steckt wie vorher schon erwähnt aber auch eine immense Kraft, die wir uns zu Nutze machen können. Und ich kann es kaum glauben, diese Erkenntnis kommt mir erst genau in diesem Moment. Nämlich während des Schreibens. Wie sehr hilft uns also auch das Schreiben uns mit den verborgensten Gedanken, Träumen und Wünschen auseinanderzusetzten. So kann es uns sogar gelingen negative Gedanken umzulenken. Sie zu verstehen, sich mit ihnen zu arrangieren und sie als positiven Impuls anzunehmen.

Begegne Widerständen wohlwollend
Wie groß die Selbstzweifel sind hängt oft auch vom Anspruchsdenken ab, das wir an uns selbst stellen. Wir wollen schließlich etwas erreichen. Gerade in der letzten Woche haben wir uns große Ziele gesetzt, die wir erreichen wollen. Das uns das nicht ohne einen Widerstand gelingen wird, ist uns allen klar. Doch wie irre ist es, wenn diese Widerstände allein aus uns selbst kommen. Geht es nicht darum uns anzunehmen, so wie wir sind. Fehler zuzulassen und uns in Geduld zu üben, um der Entwicklung ihren Lauf zu lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, heißt es so schön, doch im Grunde wären wir am liebsten schon gleich morgen ein erfolgreicher Schriftsteller oder eine erfolgreiche Schriftstellerin.

Streng dich ruhig an
Ich und vielleicht auch du? Ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass ich an einem Neuanfang stehe. Dass ich mich aus meiner Komfortzone bewege und mich Stück für Stück auf neues Terrain einlasse. Ein mutiger Schritt wie ich zugeben muss. Also sollten wir doch zulassen können, dass wir in einer gewissen Weise noch unvollkommen und ohne Erfahrung uns in etwas hineinstürzen. Und das übertrage ich nicht allein auf die Anfänge des Schreibens, sondern auf jeden neuen Schritt den wir tun. Es kann sich um einen Genre-Wechsel handeln oder wir probieren etwas völlig Neues im Marketing aus. Wir finden eine neue Liebe oder wechseln den Job. Es wird uns ganz bestimmt in den Kopf kommen: Ist das richtig? Schaff ich das? Bin ich dem gewachsen? Soll ich mich darauf einlassen?

Zweifel begleiten uns unser ganzes Leben. Sie decken sozusagen, die Unwägbarkeiten auf, die sich uns in den Weg stellen können. Sie machen uns aber auch achtsam. Wenn wir es zulassen, uns diesem Selbstzweifel zu stellen, der nichts anderes als Angst und Unsicherheit bedeutet, können wir über uns hinauswachsen. Dann haben wir etwas geschafft, das wir vorher noch nie erreicht haben. Sozusagen einen Gipfel erklommen, der uns vorher viel zu hoch erschien und doch ist es uns gelungen, oben anzukommen.

Stärke dein Selbstbewusstsein
Wie können wir also die Selbstzweifel ausräumen. Ich bin der Meinung gar nicht. Ist das jetzt die falsche Antwort, hast du dir eine andere gewünscht? Du wirst lachen, ich mir auch. Doch sie sind notwendig. Selbstzweifel helfen dir dabei demütig zu bleiben und dich nicht zu überschätzen. Ich glaube fest daran, dass es die bessere Eigenschaft ist, sich immer mal wieder mit Selbstzweifeln zu plagen und sich der aktuellen Situation bewusst zu sein, als sich völlig zu überschätzen. Es gibt Menschen, die vor Selbstbewusstsein strotzen, die das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit nicht wahrnehmen und ohne Zögern auf Herausforderungen zugehen, als wären sie ein Halbgott. Manchmal wünschte ich mir diese Eigenschaft, doch im Grunde sind diese Selbstzweifel, das was uns ausmacht. Wir spüren, was in uns vor geht, wir realisieren, dass wir lediglich ein Teil des großen Ganzen sind und nicht der Nabel der Welt. Wir können mit Fleiß und Engagement dazu beitragen, dass wir dem Zweifel immer wieder mit Ergebnissen schlagen. Und ich bin davon überzeugt, dass es dann die beste positive Überraschung ist, zu sehen, dass das was vor uns liegt, gar nicht so schlecht geworden ist. Vielleicht sind wir sogar, wenn es um das Schreiben geht, verblüfft welche kraftvollen Worte sich hier den Weg frei geschaufelt haben. Ich denke, das Schreiben läuft nicht immer nur bewusst ab. Wenn wir uns darauf einlassen, tun sich Sphären auf, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Dann sollten wir dieses Gefühl aber auf festhalten, konservieren und immer mal wieder daran denken, dass es diese Momente genauso gibt.

Komm ins Handeln
Wir sind nicht allein von Selbstzweifeln geprägt, sondern unser Handeln und Denken ist viel facettenreicher, viel abwechslungsreicher, als wir es uns vorstellen können. In unserer Gesellschaft herrschen enormer Druck und ein unmissverständlicher Zwang erfolgreich zu sein. Doch was bedeutet Erfolg. Lass uns doch den Erfolg runter brechen. Sind wir erst erfolgreich, wenn wir vom Schreiben leben können. Nein, ganz gewiss nicht. Den ist gibt viele verschiedene Möglichkeiten sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich wünsche mir nur, dass das Schreiben wesentlich mehr Platz einnehmen darf, als nur in den Morgenstunden, weil es mich glücklich macht. Weil mir das Schreiben ermöglicht, mich nicht allein mit meinem eigenen Leben zufrieden zu geben, sondern in unendlich viele Rollen zu schlüpfen und diese einmal mit mehr oder weniger „Sandra“ zu füllen. Es bereichert mein Leben und gibt mir so viel zurück, dass ich in den schwierigen Momenten, in denen mich wieder der Leistungsgedanken einfängt und mich gefangen hält, daran erinnere.   

Befreie dich vom Perfektionismus
Wenn ich von mir spreche, kann ich meinen Perfektionismus für meine Selbstzweifel verantwortlich machen. Neue Projekte und auch mein aktuelles Buch sind perfekt geplant und ich befasse mich seit vielen Jahren mit entsprechender Fachliteratur. Ich folge anderen Autoren, nutze Fortbildungsangebote soweit es das finanzielle Budget zulässt und erfahre darüber so viele wichtige Voraussetzungen. Man entwickelt ein Bewusstsein darüber wie wichtig es ist dreidimensionale Figuren auszuarbeiten, man verinnerlicht Plot-Strukturen und kennt den Spannungsbogen, der sogar innerhalb einer Szene gegeben sein muss. Die Kehrseite der Medaille allerdings ist, dass ich natürlich auch ein Bewusstsein entwickle, welche Defizite in meiner Schreiberei noch vorhanden sind. Wenn ich mit meinem äußerst selbstkritischen Auge über meine Projekte blicke, kann ich erkennen, wo es noch hakt und wo ich dringend überarbeiten und nachjustieren muss. Ich bin momentan also noch in dieser Phase, in der ich noch nicht auf ein fertiges, lektoriertes und veröffentlichtes Werk blicken kann. Es fehlen noch ein paar Schritte, die ich durchlaufen muss, um zu erkennen, dass ich auch dorthin gelangen kann. Und zwar mit den mir zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Ich habe einmal gelesen, dass Frauen ihre stärksten Kritiker wären. Das kann ich so sofort unterschreiben. Und wahrscheinlich wird es das Beste sein, wenn ich mir diesen Blogbeitrag immer wieder durchlese. Gerade in den schlimmsten Phasen des Zweifelns, um mich wieder auf die richtige Bahn zu lenken. Denn im Grunde handelt es sich dabei, um nichts anderes als Gedanken. Lediglich Gedanken, die wir sobald wir ins Handeln, nämlich ins Schreiben kommen vertreiben können. Denn dann tauchen wir tief ein in unsere Geschichte, in unsere Charaktere und die Welt die wir erschaffen haben. Dann nämlich können wir unsere unvollkommenes Ich hinter uns lassen. Ist es nicht so, dass wir uns auch bemühen, unvollkommene, mit Stärken und Schwächen versehene Charaktere zu erschaffen. Dann sollten wir diese Guten und schlechten Seite doch auch bei uns zulassen und vor allen Dingen aber auch schätzen lernen.

Feier kleine und große Erfolge
Lasst uns doch gemeinsam viel mehr auf unsere positiven Eigenschaften blicken. Seht die kleinen und großen Erfolgserlebnisse, schreibt sie auf, plakatiert sie, damit wir sie immer wieder vor Augen haben. Ob mit oder ohne Hilfe, wir waren die Antreiber und Initiatoren dieser Ergebnisse. Wir könnten uns öfter loben für etwas, was wir gut gemacht haben. So wie wir es mit einer Selbstverständlichkeit bei Freunden, guten Kollegen oder unseren Kindern tun. Würdige die Dinge, die du gut gemacht hast! Das können wir für uns tun. Ich glaube an mich! Glaub du auch an dich, dann werden wir das Erreichen, was wir uns vorgenommen haben, Bücher schreiben, Bücher veröffentlichen.


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