Murakami - Von Beruf Schriftsteller
Tami Leysing • 21. Februar 2023
Murakami - Von Beruf Schriftsteller
09/2023
»Von Beruf Schriftsteller« ein Leservergnügen der besonderen Art.
1 Schriftsteller – ein toleranter Menschenschlag?
„Du sitzt am Schreibtisch und zerbrichst dir inbrünstig den Kopf, ringst den lieben langen Tag mit einer Zeile und bekommst noch nicht einmal Applaus dafür.“
Wie komisch, dass trotz dieser Erkenntnis, mein Wunsch zu schreiben kein bisschen weniger wurde. Nicht einmal, die Androhung von ausbleibendem Applaus oder auch unterirdischer Einkünfte konnte meinen Drang zu schreiben eliminieren. Es geht weiter. Jeden Morgen klingelt der Wecker und ich tapse verschlafen in die Küche, um mir Kaffee zu machen. Dann klappe ich den Laptop auf und lasse mich überraschen, was heute aus meinen Fingern fließt.
„Man muss ins kalte Wasser springen und sehen, ob man schwimmt oder untergeht.“
„Wer jedoch schreiben will oder nicht anders kann, der schreibt. Und schreibt weiter.“
Genau so ist es. Sie schreibt und schreibt und schreibt immer weiter. 😊
2 Wie ich Schriftsteller wurde
„Das Wichtigste für mich war über all die Jahre die unmittelbare Erkenntnis, dass irgendeine besondere Energie mir die Gelegenheit bot, Geschichten zu schreiben. Ich ergriff diese Gelegenheit und schaffte es Schriftsteller zu werden.“
Jetzt da ich gerade mal seit vier Jahren täglich schreibe, kommt mir der Gedanke – hast du vielleicht zu spät angefangen? In anderen Büchern aber lautet die Erkenntnis, dass es nie zu spät ist, etwas zu beginnen. Vielleicht war bisher nicht die richtige Zeit oder der richtige Ort. Doch nun liegt er genau vor mir, der richtige Zeitpunkt und ich hier, genau hier und schreibe. Daher lasse auch ich dem Spiel seinen Lauf und lasse mich vom Leben und vom Schreiben überraschen.
3 Über Literaturpreise
„Allerdings war ich von meinen ersten Werken selbst nicht sonderlich überzeugt. Ich hatte das Gefühl, sie unter Einsatz nur der Hälfte oder eines Drittel meiner Kraft geschrieben zu haben.“
Auch Haruki Murakami startete mit einem Hauptberuf sein Schreiben und löste sich erst später von seinen übrigen Verpflichtungen. Auch er beschreibt die mühsamen Anfänge, sich vor oder nach der Arbeit ans Werk zu machen.
Sympathisch erschien mir diese Aussage: „Obwohl ich den Menschen einer Jury höchste Achtung und Dankbarkeit entgegenbringe, bin ich selbst bedauerlicherweise nicht dazu in der Lage. Denn ich brauche Zeit, eine Sache zu überdenken und zu beurteilen, und selbst wenn ich mir diese Zeit nehme, liege ich häufig mit meinem Urteil daneben.“
Danke Herr Murakami. Diese Zeilen helfen mir den Druck aus der Sache zu nehmen. Es dabei zu belassen, dass es manchmal einfach nur der eigenen Text zur Unterhaltung sein darf. Wichtig dabei sagt er in diesem Buch nicht nur einmal, es ist viel wichtiger selbst dabei Freude zu empfinden. Das als Antriebsfeder reicht oftmals aus, um andere Menschen mit der eigenen Begeisterung anzustecken.
4 Von der Originalität
„Meiner Erfahrung nach ist das eine ganz einfache Sache. Im Prinzip gibt es da nur ein Kriterium, und das ist die Frage, ob Ihnen etwas Freude bereitet.“
5 Und worüber soll ich schreiben?
„Sie müssen ihre Geschichten aus dem schaffen, was sie zur Hand haben.“
Unser Leben wirkt belanglos. Das ist es nicht. Sieh dich um, beobachte die Menschen in deinem Umfeld. Wandle Geschichten ab und interpretiere sie neu. Die schlimmste Hürde beim Schreiben ist es, darauf zu warten, dass einem etwas außergewöhnliches einfällt, was noch nie dagewesen ist. Fehlanzeige. Darauf kannst du lange warten. Ich stellte fest, dass auch meine konstruiertesten Plots beim Schreiben irgendwann eine wilde Fahrt aufnahmen. Nicht im Traum dachte ich daran, dass dabei das Ergebnis zustande kommen könnte, das dann letztlich vor mir lag. Es sind auch bisher keine Bestseller entstanden oder gar Publikumslieblinge. Aber diese Geschichten haben ausgereicht, um mich aus meiner Welt zu katapultieren und in sie hineinzuziehen.
6 Wie schreibe ich einen umfangreichen Roman
„Wenn ich an einem Tag zehn Seiten schreibe, ergibt das in einem Monat 300. So kann man leicht ausrechnen, dass ich in einem halben Jahr etwa 1.800 Seiten schreiben kann.“
Disziplin und Durchhaltevermögen. Beides dachte ich sind mir nicht in die Wege gelegt worden. Dennoch bin ich von mir selbst überrascht, dass gerade beim Schreiben beides stetig wächst und ich sogar Bewunderung ernte für meine konsequente Art und Weise, mich meinem Lebenstraum zu widmen. Ich verbinde Hauptberuf mit Weiterbildung, setze noch zwei Buchprojekte pro Jahr obendrauf und wundere mich, wo die Zeit bleibt.
Auch mein größtes Anliegen ist es, meine Geschichten stetig voranzubringen. Doch es muss auch Tage geben, die ganz frei von einem Wort oder einer Idee sind. Dann heißt es Beine hochlegen. Ein Buch lesen, Netflix oder Prime schauen und alle Fünfe gerade sein lassen. Diese Momente, die ich mir gönne, manchmal mit weniger und manchmal mit mehr schlechtem Gewissen gehören dazu. Niemand kann ohne Unterlass produktiv sein, auch nicht die großem Schriftsteller. Es gibt Tage da geht es leicht von der Hand, an anderen zieht sich das Schreiben wie zäher Kaugummi. Lerne mit mir alle Tage zu lieben, so wie sie sind.
„Ein wichtiger Faktor beim Schreiben ist die Zeit, die besonders bei Romanen auch die Vorbereitung einschließt. Man braucht eine Zeit der Stille, in der man den Keim des Romans, der am Ende herauskommen soll, in sich heranzieht und wachsen lässt.“
7 Eine sehr persönliche körperliche Betätigung
„Um jeden Tag fünf oder sechs Stunden lang allein vor dem Computer zu sitzen, sich zu konzentrieren und kontinuierlich an einer Geschichte zu arbeiten, braucht man mehr als gewöhnliche Körperkraft.“
Es wäre nicht das erste Mal in meinem Leben, dass ich an die Grenzen meiner körperlichen Belastbarkeit gelange. Schon allein deshalb und aus Erfahrung bin ich hier ganz bei Murakami. Nur wer für sich ein Bewusstsein dafür schafft, dass wir für Ausgleich und ausreichend Energiereserven sorgen müssen, kann auf Dauer produktiv und auch erfolgreich sein. Dazu gehört eben auch, für genügend Schlaf, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung zu sorgen. Allein nach der letzten Grippewelle dauerte es Wochen, bis ich wieder bereit war, die ersten acht Kilometer durch den Wald zu laufen. Doch an dem Tag als es so weit war, hätte ich Bäume ausreißen können. Es mag nicht für jeden die richtige Wahl sein, sich die Laufschuhe zu schnüren und durch den Wald zu pacen. Doch finde diese Liebe zur Bewegung und zur Natur, da nur die Ausdauer für Körperkraft und Kondition auch für ausreichend Elan in anderen Bereichen sorgt. Steigere so deine Lebensqualität und wappne dich für große Ziele.
8 Über die Schule
„Werden wir nicht zwangsläufig immer wieder die gleichen Tragödien heraufbeschwören, solange wir nicht von Grund auf etwas ändern?“
Ein Satz, der mich nachdenklich machte und mir nochmal meine eigene Jugend vor Augen hielt. Ich selbst kam glücklicherweise gut durch die Schulzeit, was aber daran lag, dass ich mich wahnsinnig gut anpassen konnte oder nach terroristischem Schülerverhalten gegenüber wirklich wunderbaren Lehrern, es doch geschafft habe, mir wieder die Gunst derjenigen zu erschleichen, denen ich in die Quere kam. Es scheint mir manchmal unvorstellbar, wie ich die Mittlere Reife, meine Ausbildung zur Industriekauffrau und unzählige Weiterbildungen geschafft habe. Ich bin ein fleißiger Mensch bestimmt, aber auch nicht fleißiger als andere. Intelligenz? Wenn sie gefragt war, konnte ich liefern. Wenn nicht, stand ich auch dazu. Das ist heute noch so. Doch schon bei meinen Kindern musste ich feststellen, dass in unserem System so einiges schief geht. Ich habe gelernt, mich den Gegebenheiten anzupassen, meine Tochter auch, meinem Sohn ist es schon schwerer gefallen und doch gehen sie ihren Weg. Ich bin aber auch davon überzeugt, wären die Wege für uns oder unsere Kinder oder auf für die Enkel, die uns irgendwann glücklich machen, individueller, hätten wir ganz andere Möglichkeiten. Wir sanktionieren uns selbst, so wie wir in Deutschland alles in Schubladen packen müssen. Von den Menschen, die dort leben, bis zu den Büchern, die wir schreiben, die in bestimmte Genre passen müssen. Lasst uns doch alle ein bisschen mehr nach links oder rechts schauen. Die Freiheit genießen, die uns das Universum eigentlich zur Verfügung stellt.
8 Welche Figuren soll ich auftreten lassen
„Indem ich die dritte Person einführte, die Anzahl der Figuren erhöhte und jeder einzelnen einen Namen gab, steigerte ich das Potenzial meiner Geschichten.“
„Die Charaktere in meinen Romanen drängen und ermutigen mich zu Dingen, die über das, was mir bewusst ist, hinauszugehen und geben mir Anstöße.“
Das ist es, was das Schreiben so faszinierend macht. Wir müssen nicht Halt machen vor der inneren Begrenzung oder den äußerlichen Beschränkungen. Man kann sich in Welten und Situationen hineindenken, die haarsträubend, skurril und unendlich furchteinflößend sein können. Es könnte der Vergleich zu einem Zocker sein, der in seine Spielewelt abtaucht, Abenteuer besteht und als Held nach Hause geht. Wir können in unseren Romanen alles sein, was wir uns nur zu träumen wagen. Schlagen wir den Laptop zu, fällt uns gar das Eintauchen in die reale Welt wesentlich schwerer. Was sind wir nur für eine komische Spezies, wir Schreiberlinge.
10 Für wen schreibe ich?
„Schon früher hatte ich die Einstellung, etwas ganz oder gar nicht zu tun.“
Wunderbar. Ich hätte es nicht besser sagen können. Genau das war meine Ausrede, wenn ich mal wieder für das Eintauchen in meine Hobbies gescholten wurde. Genau so, passiert es mir auch beim Schreiben. Wenige Menschen können nachvollziehen wie viele einsame Stunden wir am Schreibtisch sitzen und wie leichtfertig wir gesellschaftliche Termine absagen, nur um zu schreiben. Murakami hat mir auch in diesem Kapitel den Weg geebnet, meine Geschichten so zu schreiben, wie sie für mich richtig sind. Er glaubte fest daran, dass wenn die Story in dir selbst brennt, sie jemanden finden wird, der gleichermaßen für sie zu begeistern ist. Dann entsteht so eine Art Beziehung zum Leser, ein unsichtbares Band, dass über lange Zeit Bestand haben kann. Murakami berichtet von einem Leser, der ihm ohne Umschweife davon berichtete, dass ihm sein letzten Buch nicht gefallen hatte, dass er aber unbedingt weiterschreiben solle, damit er sein nächstes Buch lesen könne.
Was für ein wunderbarer Gedanke. In den meisten Schreibwerkstätten wird davon gesprochen, kennen sie ihre Zielgruppe. Wenn ich Menschen kennenlernen darf, die meine Geschichten lesen, bin ich dankbar und glaube fest daran, dass die Magie der Geschichte uns zusammengeführt hat. Danke für so viel Inspiration von einem der genialsten Erzähler der Welt.
»Von Beruf Schriftsteller« ein Leservergnügen der besonderen Art.
Haruki Murakami verkörpert den zurückgezogenen Schriftsteller. Da ich selbst beim Schreiben, die absolute Ruhe einem Platz im umtriebigen Café bevorzuge, kam mir dieses Buch wie gerufen. Dieser einmalige Blick in seine Werkstatt und das Herz eines der größten Schriftsteller der Zeit hat mir Mut gemacht, meinen Weg zu gehen.
Nicht dass ich mir herausnehme mich mit einem erfolgreichem Autor zu vergleichen, nein Gott bewahre. Ganz im Gegenteil, die Bewunderung für solche Menschen war es, die mich überhaupt zum Schreiben gebracht hat. Solche autobiografischen Texte begleiten mich auf meinem Weg immer wieder und ich bin froh darüber, dass es Künstler gibt, die ihren durchaus auch mühevollen und gleichermaßen erfolgreichen Weg offenlegen, um uns zu inspirieren. Ich las Haruki Murakamis Kapitel voller Hochachtung, und nahm mir vor, mir jeweils nur einen einzigen Satz daraus zu merken. Welche Sätze sind das und verzeih mir, wenn es doch nie bei einem Satz geblieben ist, erfährst du hier.
1 Schriftsteller – ein toleranter Menschenschlag?
„Du sitzt am Schreibtisch und zerbrichst dir inbrünstig den Kopf, ringst den lieben langen Tag mit einer Zeile und bekommst noch nicht einmal Applaus dafür.“
Wie komisch, dass trotz dieser Erkenntnis, mein Wunsch zu schreiben kein bisschen weniger wurde. Nicht einmal, die Androhung von ausbleibendem Applaus oder auch unterirdischer Einkünfte konnte meinen Drang zu schreiben eliminieren. Es geht weiter. Jeden Morgen klingelt der Wecker und ich tapse verschlafen in die Küche, um mir Kaffee zu machen. Dann klappe ich den Laptop auf und lasse mich überraschen, was heute aus meinen Fingern fließt.
„Man muss ins kalte Wasser springen und sehen, ob man schwimmt oder untergeht.“
Wie wahr. Dieses Motto begleitete mich ein Leben lang. Dennoch bemerke ich, dass ich mit zunehmendem Alter, ich werde in drei Wochen fünfzig Jahre, der Mut nicht mehr derselbe ist, wie vor fünfundzwanzig Jahren. Die Erfahrungen haben mich geprägt und es gab in meinem Leben durchaus ein paar Stationen, die ich mir nicht, so vorgestellt hatte. Dann hieß es aufstehen, Krone richten und weiter gehen. Deshalb nehme ich mir es zu Herzen! Lass dich doch endlich wieder auf tollkühne Abenteuer ein, frei nach Huckleberry Finn und seinem Schöpfer Mark Twain.
Genau so ist es. Sie schreibt und schreibt und schreibt immer weiter. 😊
2 Wie ich Schriftsteller wurde
„Das Wichtigste für mich war über all die Jahre die unmittelbare Erkenntnis, dass irgendeine besondere Energie mir die Gelegenheit bot, Geschichten zu schreiben. Ich ergriff diese Gelegenheit und schaffte es Schriftsteller zu werden.“
Jetzt da ich gerade mal seit vier Jahren täglich schreibe, kommt mir der Gedanke – hast du vielleicht zu spät angefangen? In anderen Büchern aber lautet die Erkenntnis, dass es nie zu spät ist, etwas zu beginnen. Vielleicht war bisher nicht die richtige Zeit oder der richtige Ort. Doch nun liegt er genau vor mir, der richtige Zeitpunkt und ich hier, genau hier und schreibe. Daher lasse auch ich dem Spiel seinen Lauf und lasse mich vom Leben und vom Schreiben überraschen.
3 Über Literaturpreise
„Allerdings war ich von meinen ersten Werken selbst nicht sonderlich überzeugt. Ich hatte das Gefühl, sie unter Einsatz nur der Hälfte oder eines Drittel meiner Kraft geschrieben zu haben.“
Auch Haruki Murakami startete mit einem Hauptberuf sein Schreiben und löste sich erst später von seinen übrigen Verpflichtungen. Auch er beschreibt die mühsamen Anfänge, sich vor oder nach der Arbeit ans Werk zu machen.
Sympathisch erschien mir diese Aussage: „Obwohl ich den Menschen einer Jury höchste Achtung und Dankbarkeit entgegenbringe, bin ich selbst bedauerlicherweise nicht dazu in der Lage. Denn ich brauche Zeit, eine Sache zu überdenken und zu beurteilen, und selbst wenn ich mir diese Zeit nehme, liege ich häufig mit meinem Urteil daneben.“
Danke Herr Murakami. Diese Zeilen helfen mir den Druck aus der Sache zu nehmen. Es dabei zu belassen, dass es manchmal einfach nur der eigenen Text zur Unterhaltung sein darf. Wichtig dabei sagt er in diesem Buch nicht nur einmal, es ist viel wichtiger selbst dabei Freude zu empfinden. Das als Antriebsfeder reicht oftmals aus, um andere Menschen mit der eigenen Begeisterung anzustecken.
4 Von der Originalität
„Meiner Erfahrung nach ist das eine ganz einfache Sache. Im Prinzip gibt es da nur ein Kriterium, und das ist die Frage, ob Ihnen etwas Freude bereitet.“
Da ist sie wieder seine Einstellung, die ich nicht nur auf das Schreiben, sondern auf mein ganzes Leben umlegen möchte. Stelle ich mir die Frage, ob es mir Freude bereitet? Unbedingt! Diese Erkenntnis hilft mir im Grunde jede Entscheidung zu treffen, die gerade ansteht. Was steht heute an. Zuerst Schreiben, dann Laufen. Beides liebe ich.
Es wird ein wundervoller Tag.
5 Und worüber soll ich schreiben?
„Sie müssen ihre Geschichten aus dem schaffen, was sie zur Hand haben.“
Unser Leben wirkt belanglos. Das ist es nicht. Sieh dich um, beobachte die Menschen in deinem Umfeld. Wandle Geschichten ab und interpretiere sie neu. Die schlimmste Hürde beim Schreiben ist es, darauf zu warten, dass einem etwas außergewöhnliches einfällt, was noch nie dagewesen ist. Fehlanzeige. Darauf kannst du lange warten. Ich stellte fest, dass auch meine konstruiertesten Plots beim Schreiben irgendwann eine wilde Fahrt aufnahmen. Nicht im Traum dachte ich daran, dass dabei das Ergebnis zustande kommen könnte, das dann letztlich vor mir lag. Es sind auch bisher keine Bestseller entstanden oder gar Publikumslieblinge. Aber diese Geschichten haben ausgereicht, um mich aus meiner Welt zu katapultieren und in sie hineinzuziehen.
6 Wie schreibe ich einen umfangreichen Roman
„Wenn ich an einem Tag zehn Seiten schreibe, ergibt das in einem Monat 300. So kann man leicht ausrechnen, dass ich in einem halben Jahr etwa 1.800 Seiten schreiben kann.“
Disziplin und Durchhaltevermögen. Beides dachte ich sind mir nicht in die Wege gelegt worden. Dennoch bin ich von mir selbst überrascht, dass gerade beim Schreiben beides stetig wächst und ich sogar Bewunderung ernte für meine konsequente Art und Weise, mich meinem Lebenstraum zu widmen. Ich verbinde Hauptberuf mit Weiterbildung, setze noch zwei Buchprojekte pro Jahr obendrauf und wundere mich, wo die Zeit bleibt.
Auch mein größtes Anliegen ist es, meine Geschichten stetig voranzubringen. Doch es muss auch Tage geben, die ganz frei von einem Wort oder einer Idee sind. Dann heißt es Beine hochlegen. Ein Buch lesen, Netflix oder Prime schauen und alle Fünfe gerade sein lassen. Diese Momente, die ich mir gönne, manchmal mit weniger und manchmal mit mehr schlechtem Gewissen gehören dazu. Niemand kann ohne Unterlass produktiv sein, auch nicht die großem Schriftsteller. Es gibt Tage da geht es leicht von der Hand, an anderen zieht sich das Schreiben wie zäher Kaugummi. Lerne mit mir alle Tage zu lieben, so wie sie sind.
„Ein wichtiger Faktor beim Schreiben ist die Zeit, die besonders bei Romanen auch die Vorbereitung einschließt. Man braucht eine Zeit der Stille, in der man den Keim des Romans, der am Ende herauskommen soll, in sich heranzieht und wachsen lässt.“
Schon in einem meiner Projektmanagement Kursen, die ich belegte, hielt sich die These hartnäckig, dass die Planung beziehungsweise auch die Phase der Vorbereitung essenziell sei, für den Erfolg eines Projektes. Gleichermaßen verhält es sich beim Schreiben. Es mag AutorInnen geben, die dem Drang nachgeben, sofort loszulegen. Ich hingegen, wähle den goldenen Mittelweg. Ein paar Dinge muss ich schon wissen, bevor ich starte.
Ich lasse mich aber auch gerne ein, auf die Fahrt ins Unbekannte. Was mir immer wieder von neuem auffällt, ich kann mir noch so fiktive und gut durchdachte Figuren überlegen, erst beim Schreiben selbst, lerne ich sie wirklich kennen und es kann sein, dass sie sich ganz anders entpuppen als ursprünglich vorgesehen.
7 Eine sehr persönliche körperliche Betätigung
„Um jeden Tag fünf oder sechs Stunden lang allein vor dem Computer zu sitzen, sich zu konzentrieren und kontinuierlich an einer Geschichte zu arbeiten, braucht man mehr als gewöhnliche Körperkraft.“
Es wäre nicht das erste Mal in meinem Leben, dass ich an die Grenzen meiner körperlichen Belastbarkeit gelange. Schon allein deshalb und aus Erfahrung bin ich hier ganz bei Murakami. Nur wer für sich ein Bewusstsein dafür schafft, dass wir für Ausgleich und ausreichend Energiereserven sorgen müssen, kann auf Dauer produktiv und auch erfolgreich sein. Dazu gehört eben auch, für genügend Schlaf, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung zu sorgen. Allein nach der letzten Grippewelle dauerte es Wochen, bis ich wieder bereit war, die ersten acht Kilometer durch den Wald zu laufen. Doch an dem Tag als es so weit war, hätte ich Bäume ausreißen können. Es mag nicht für jeden die richtige Wahl sein, sich die Laufschuhe zu schnüren und durch den Wald zu pacen. Doch finde diese Liebe zur Bewegung und zur Natur, da nur die Ausdauer für Körperkraft und Kondition auch für ausreichend Elan in anderen Bereichen sorgt. Steigere so deine Lebensqualität und wappne dich für große Ziele.
8 Über die Schule
„Werden wir nicht zwangsläufig immer wieder die gleichen Tragödien heraufbeschwören, solange wir nicht von Grund auf etwas ändern?“
Ein Satz, der mich nachdenklich machte und mir nochmal meine eigene Jugend vor Augen hielt. Ich selbst kam glücklicherweise gut durch die Schulzeit, was aber daran lag, dass ich mich wahnsinnig gut anpassen konnte oder nach terroristischem Schülerverhalten gegenüber wirklich wunderbaren Lehrern, es doch geschafft habe, mir wieder die Gunst derjenigen zu erschleichen, denen ich in die Quere kam. Es scheint mir manchmal unvorstellbar, wie ich die Mittlere Reife, meine Ausbildung zur Industriekauffrau und unzählige Weiterbildungen geschafft habe. Ich bin ein fleißiger Mensch bestimmt, aber auch nicht fleißiger als andere. Intelligenz? Wenn sie gefragt war, konnte ich liefern. Wenn nicht, stand ich auch dazu. Das ist heute noch so. Doch schon bei meinen Kindern musste ich feststellen, dass in unserem System so einiges schief geht. Ich habe gelernt, mich den Gegebenheiten anzupassen, meine Tochter auch, meinem Sohn ist es schon schwerer gefallen und doch gehen sie ihren Weg. Ich bin aber auch davon überzeugt, wären die Wege für uns oder unsere Kinder oder auf für die Enkel, die uns irgendwann glücklich machen, individueller, hätten wir ganz andere Möglichkeiten. Wir sanktionieren uns selbst, so wie wir in Deutschland alles in Schubladen packen müssen. Von den Menschen, die dort leben, bis zu den Büchern, die wir schreiben, die in bestimmte Genre passen müssen. Lasst uns doch alle ein bisschen mehr nach links oder rechts schauen. Die Freiheit genießen, die uns das Universum eigentlich zur Verfügung stellt.
8 Welche Figuren soll ich auftreten lassen
„Indem ich die dritte Person einführte, die Anzahl der Figuren erhöhte und jeder einzelnen einen Namen gab, steigerte ich das Potenzial meiner Geschichten.“
Meine ersten Schreibversuche entstanden bereits in der dritten Person. Warum auch immer, sobald ich in die Ich-Perspektive abdriften soll, drifte ich ins Nichts. Es sträubt sich alles in mir, weiterzuschreiben. In der dritten Person aber kann ich mich vollkommen einfühlen in meine Protagonistin, in die Welt, die hier gerade entstehen soll. Im Moment stecke ich mitten in einem Jugendbuch für PferdeliebhaberInnen. Es sollte ein leichtes sein, mich da hineinzuversetzen. Das ist es auch. Aber nur solange ich meiner Figur in der dritten Person auf Schritt und Tritt folge. Dann in eine weitere Perspektive wechsle und auch hier völlig aufgehe. Sobald ich mich selbst aufs Pferd setze,
sitzt da Sandra und niemand sonst. Ein Defizit ein Vorteil? Ich weiß es nicht, doch ich wage zu behaupten, das was meine Geschichte gerade braucht, schreibe ich. Vielleicht will irgendwann eine andere Geschichte in der Ich-Perspektive entstehen, dann lasse ich es euch wissen. Ich bin neugierig, wo fühlt ihr euch wohl?
„Die Charaktere in meinen Romanen drängen und ermutigen mich zu Dingen, die über das, was mir bewusst ist, hinauszugehen und geben mir Anstöße.“
Das ist es, was das Schreiben so faszinierend macht. Wir müssen nicht Halt machen vor der inneren Begrenzung oder den äußerlichen Beschränkungen. Man kann sich in Welten und Situationen hineindenken, die haarsträubend, skurril und unendlich furchteinflößend sein können. Es könnte der Vergleich zu einem Zocker sein, der in seine Spielewelt abtaucht, Abenteuer besteht und als Held nach Hause geht. Wir können in unseren Romanen alles sein, was wir uns nur zu träumen wagen. Schlagen wir den Laptop zu, fällt uns gar das Eintauchen in die reale Welt wesentlich schwerer. Was sind wir nur für eine komische Spezies, wir Schreiberlinge.
10 Für wen schreibe ich?
„Schon früher hatte ich die Einstellung, etwas ganz oder gar nicht zu tun.“
Wunderbar. Ich hätte es nicht besser sagen können. Genau das war meine Ausrede, wenn ich mal wieder für das Eintauchen in meine Hobbies gescholten wurde. Genau so, passiert es mir auch beim Schreiben. Wenige Menschen können nachvollziehen wie viele einsame Stunden wir am Schreibtisch sitzen und wie leichtfertig wir gesellschaftliche Termine absagen, nur um zu schreiben. Murakami hat mir auch in diesem Kapitel den Weg geebnet, meine Geschichten so zu schreiben, wie sie für mich richtig sind. Er glaubte fest daran, dass wenn die Story in dir selbst brennt, sie jemanden finden wird, der gleichermaßen für sie zu begeistern ist. Dann entsteht so eine Art Beziehung zum Leser, ein unsichtbares Band, dass über lange Zeit Bestand haben kann. Murakami berichtet von einem Leser, der ihm ohne Umschweife davon berichtete, dass ihm sein letzten Buch nicht gefallen hatte, dass er aber unbedingt weiterschreiben solle, damit er sein nächstes Buch lesen könne.
Was für ein wunderbarer Gedanke. In den meisten Schreibwerkstätten wird davon gesprochen, kennen sie ihre Zielgruppe. Wenn ich Menschen kennenlernen darf, die meine Geschichten lesen, bin ich dankbar und glaube fest daran, dass die Magie der Geschichte uns zusammengeführt hat. Danke für so viel Inspiration von einem der genialsten Erzähler der Welt.

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Was dich erwartet: Verständliche, emotionale Sprache Starke, aber nahbare Heldinnen Themen wie Selbstzweifel, Zukunftsentscheidungen und erste große Gefühle Keine überfordernden expliziten Inhalte Emotionale Tiefe ohne Überdramatisierung Perfekt für junge Leser:innen – und für alle, die Pferdegeschichten mit Herz lieben. Muss ich die ISILOVE-Reihe in der richtigen Reihenfolge lesen? Kurzantwort Nein. Jeder Band ist eigenständig lesbar. Wichtig zu wissen: Jede Geschichte hat eine eigene Protagonistin Jede Story hat einen abgeschlossenen Konflikt Das verbindende Element ist der Islandpferdehof Litliheimar Manchmal tauchen bekannte Figuren wieder auf Kein Vorwissen nötig Du kannst mit dem Band starten, dessen Klappentext dich am meisten anspricht. Was macht einen guten Coming-of-Age-Roman aus? Eine Figur wächst über sich hinaus, durch Entscheidungen, Fehler und Mut. Typische Merkmale: Innere Konflikte Identitätsfindung Erste Liebe Konflikte mit Eltern oder Umfeld Ein Wendepunkt, der alles verändert In ISILOVE bedeutet das: In „Geh deinen Weg“ kämpft Hanna gegen Erwartungsdruck. In „Nah am Abgrund“ muss Kathi Verantwortung übernehmen. Coming-of-Age bedeutet nicht Perfektion, sondern Entwicklung. Was unterscheidet Jugendbuch von Young Adult? Jugendbuch ist oft zugänglicher, Young Adult emotional intensiver: ISILOVE verbindet beides. Jugendbuch: Frühe Teenjahre Leicht zugängliche Sprache Erste große Konflikte Young Adult: Intensivere Gefühlswelten Identitäts- und Zukunftsfragen Beziehungsdynamiken ISILOVE: Jugendbuch mit YA-Tiefe. Ideal für Leser:innen zwischen 10 und 18 und darüber hinaus. Welche Themen behandelt „Isilove – Geh deinen Weg“? Kurzantwort Träume vs. Erwartungen und der Mut, sich selbst treu zu bleiben. Zentrale Themen: Druck der Eltern Erste große Liebe Berufswunsch Pferdewirtin Finanzielle Eigenständigkeit Selbstbestimmung Für alle, die schon einmal gehört haben: „Das schaffst du nicht.“ Welche Themen behandelt „Isilove – Nah am Abgrund“? Kurzantwort Fehler, Konsequenzen und die Frage: Wer will ich wirklich sein? Zentrale Themen: Außenseiterin sein Drogenfund und Sozialstunden Neuanfang auf einem Pferdehof Rivalität und Eifersucht Vertrauen lernen Ein intensiver Band für alle, die Geschichten mit Kante lieben. Muss ich Pferdewissen haben, um ISILOVE zu lesen? Kurzantwort Nein, aber Pferdeliebhaber:innen werden viele Details wiedererkennen. Für Pferdefans: Stallalltag Verantwortung für ein eigenes Pferd Emotionale Bindung Islandpferde-Atmosphäre Für Nicht-Pferdefans: Fokus liegt auf den Figuren Konflikte sind universell Pferde sind Spiegel der Gefühle Pferde sind das Herz, aber lange nicht der Kern der Geschichten. Warum sind Pferdehof-Romane so beliebt? Kurzantwort Weil sie Geborgenheit und Drama perfekt verbinden. Was Leser:innen lieben: Natur & Waldrand-Atmosphäre Freundschaft & Herdengefühl Bindung zwischen Mensch und Pferd Flucht aus dem Alltag Besonderheit bei ISILOVE: Islandpferdehof Litliheimar in Bayern, mit ganz eigener Stimmung. Pferdegeschichten sind emotionale Heimat. Wie viel Romantik steckt in ISILOVE? Kurzantwort Romantik spielt eine große Rolle, ersetzt aber nie die persönliche Entwicklung. Wichtig: Liebe ist Auslöser, nicht Lösung Konflikte bleiben realistisch Heldinnen müssen selbst handeln Gefühle sind intensiv und glaubwürdig Herzklopfen ja, Kitsch nein. Gibt es sensible Themen? Kurzantwort Ganz klar, ja! Themen, auch für künftige Bände können sein: Drogenkonsequenzen Außenseitererfahrungen Familiärer Druck Selbstzweifel Esstörung Mobbing Schuldgefühle Geschwisterkonflikt Armut und Ausgrenzung Warum das wichtig ist: Weil echte Entwicklung oft dort beginnt, wo es weh tut. Daher sind meine Geschichten immer emotional, aber auch hoffnungsvoll. Für wen ist die ISILOVE-Reihe besonders geeignet? Ideal für: Pferdemädchen ab 10 Teenager in Umbruchphasen Leser:innen, die starke Heldinnen mögen Fans von Coming-of-Age & Romance Pferdefrauen, die emotionale Geschichten lieben Wenn du Pferde + Gefühl + Selbstfindung magst, bist du hier richtig. Wie finde ich heraus, ob ISILOVE mein Buch ist? Der Mini-Selbsttest: Wenn du mindestens zwei Aussagen fühlst, passt die Reihe zu dir: Ich liebe Pferdegeschichten. Ich mag starke Mädchenfiguren. Ich lese gern über erste große Liebe. Ich suche Geschichten über Mut und Selbstbestimmung. Ich will Bücher, die Hoffnung machen. ISILOVE ist für alle, die ihren eigenen Weg suchen oder gerade dabei sind, ihn zu finden. Die ISILOVE-Reihe erzählt eigenständige Geschichten starker junger Frauen, verbunden durch den Islandpferdehof Litliheimar. Du kannst mit jedem Band starten. Vielleicht erkennst du dich in Hanna wieder. Vielleicht mehr in Kathi. Vielleicht wartet deine Lieblingsfigur erst im nächsten Band. Welcher Band spricht dich gerade am meisten an? Entdecke die Reihe hier: Isilove-Reihe

08/26 Isilove – Geh deinen Weg: Ein Islandpferde Jugendroman über Selbstfindung, erste Liebe und den Mut, den eigenen Weg zu gehen Mit Isilove – Geh deinen Weg ist ein Islandpferd Jugendroman entstanden, der weit mehr erzählt als eine Geschichte über Pferde. Es ist ein Coming-of-Age Roman über Selbstfindung, Freundschaft, Leistungsdruck, erste Liebe – und über die leise, aber kraftvolle Entscheidung, auf das eigene Herz zu hören. Als ich dieses Pferdebuch für Mädchen ab 12 geschrieben habe, war mir eines besonders wichtig: Ich wollte keine perfekte Heldin erschaffen. Ich wollte eine Figur, die zweifelt. Die Fehler macht. Die sich täuscht. Und die trotzdem den Mut findet, aufzustehen und weiterzugehen. Hanna ist sechzehn Jahre alt und steht an einem Wendepunkt ihres Lebens.





